Oft klagen Patienten mit Parkinson bei mir, sie hätten viel mehr Speichel als früher – der Fachausdruck ist Hypersalivation. Ich stimme hier nicht grundsätzlich mit der Annahme überein, dass diese Patienten mehr Speichel produzieren.

Natürlich schließe ich nicht grundsätzlich aus, dass manche Medikamente als Nebenwirkung eine höhere oder auch geringere Speichelproduktion bewirken können. Beim Großteil meiner Parkinsonpatienten liegt jedoch das vermehrte Speichelaufkommen im Mund in einer verzögerten / selteneren Auslösung von Schluckreaktionen begründet.

Der Mensch produziert im Schnitt 1,5ml Speichel pro Minute. Der gesunde Mensch schluckt diesen Speichel unbewusst 1-2x/Minute herunter. Bei Parkinsonpatienten beobachte ich oft mehrere Minuten lang keine kraftvolle Schluckreaktion.

Die seltener ausgelösten Schluckreaktionen (veraltet: Schluckreflexe) können u.A. begründet werden mit der bereits in anderen Beiträgen beschriebenen veränderten Wahrnehmung im Mund.

Wenn Sie ein vermehrtes Speichelaufkommen im Mund beobachten, sollten Sie daran denken, dass dies ein Hinweis auf die Entwicklung einer Schluckstörung sein kann. Ich empfehle Ihnen, eine Logopädin / einen Logopäden mit entsprechender Spezialisierung aufzusuchen (Behandlung neurologischer Störungsbilder incl. Schluckstörungen).